CBD und Hanf bei PMS und Menstruationsbeschwerden

Das kann helfen

Der weibliche Zyklus ist ein essenzieller Bestandteil der menschlichen Fortpflanzung und gehört als solcher entsprechend gewürdigt. Während der Menstruation erneuert der Körper die Gebärmutterschleimhaut. Die alte Schleimhaut – in die sich keine Eizelle eingenistet hat – wird abgestoßen. So beginnen die Uterusmuskeln sich kurz vor der Regelblutung zusammenzuziehen. Dadurch verengen sich die neu gebildeten Gefäße in der Gebärmutter spastisch, um die Blutversorgung zu unterbrechen. Dies hat zur Folge, dass Teile der Gebärmutterschleimhaut absterben und als zähflüssiges Blut ausgeschieden werden.

Bis heute ranken sich um den Zyklus teils bizarre Mythen und Vorurteilen. Diese führten dazu, dass es vielen Frauen bzw. menstruierenden Menschen unangenehm ist über ihre Periode zu sprechen. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, das ausgeschiedene Blut sei infektiös und die „unreinen“ Frauen sollten daher von bestimmten Gesellschaftsbereichen ausgeschlossen werden. Erst mit dem Voranschreiten der medizinischen Forschung und der Erkenntnis über die biologische Bedeutung begann man sich genauer mit den körperlichen und psychischen Veränderungen zu befassen, die mit den monatlichen hormonellen Veränderungen auftreten.

PMS – die Tage vor den Tagen

Leider geht der Zyklus für viele Betroffene mit unangenehmen Begleiterscheinungen einher. Diese beginnen oft schon Tage oder sogar Wochen vor der eigentlichen Monatsblutung. In der zweiten Zyklushälfte, ein bis zwei Wochen vor Beginn der Periode, haben viele Frauen mit Symptomen zu tun, die in der Medizin als prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden. Dabei können die Beschwerden sehr unterschiedlich ausfallen: Unterleibskrämpfe, Rücken- und Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Verdauungsprobleme, Verspannungen, aber auch psychische Veränderungen wie Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Angstzustände, Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen und ein vermindertes Selbstwertgefühl können dazu zählen. Meist sind die Symptome wenige Tage vor Beginn der Periode am schlimmsten.

Fast jede Frau erlebt wiederkehrend PMS-Symptome. Warum sie bei einige jedoch besonders heftig ausfallen und was die genauen Ursachen sind, konnte immer noch nicht vollständig geklärt werden. Neben hormonellen Schwankungen vermutet man auch, dass eine genetische Präposition und ein Serotonin-Mangel Mitauslöser des prämenstruellen Syndroms sein können. Neueren Untersuchungen zufolge, kann auch Übergewicht die Intensität der Symptome negativ beeinflussen. Denn Übergewicht kann den Hormonhaushalt dahingehend verändern, dass die Bildung von männlichen Hormonen, welche in zweiten Zyklushälfte erforderlich sind, unterdrückt werden.

Aufgrund der großen Bandbreite der Symptome ist es nicht leicht PMS als solches zu diagnostizieren. Das wiederholte Auftreten vor Beginn der Periode ist dabei das Hauptindiz. Dennoch kann es nötig sein andere Krankheiten als Ursache der Beschwerden auszuschließen.

Die Periode

Auch die Monatsblutung selbst geht häufig mit Beschwerden wie Krämpfen und Schmerzen einher. Im Allgemeinen wird zwischen zwei Arten von Periodenbeschwerden unterschieden. Die primäre Form ist am meisten verbreitet, beginnt ein bis zwei Tage vor der Periode und kann zwei bis vier Tage andauern. Die genauen Ursachen für Krämpfe und Schmerzen können dabei nicht genau geklärt werden. Die Beschwerden beginnen meist schon in der Pubertät und können die Betroffenen in schwankender Intensität bis zur Menopause begleiten. Die Ursache der zweiten Form vom Periodenbeschwerden liegt in Erkrankungen wie Endometriose oder einer Gebärmutterentzündung. Sie tritt daher meist erst im späteren Verlauf des Lebens auf. Zudem sollte hier ärztlicher Rat gesucht werden.

Da die körperlichen Leiden und die psychische Belastung vor und während der Periode sehr unterschiedlich ausfallen, sind auch die Behandlungsansätze sehr verschieden. So gibt es eine Bandbreite von freiverkäuflichen und verschreibungspflichtigen Mitteln, die Linderung verschaffen sollen. Viele Frauen greifen zu freiverkäuflichen Schmerzmitteln oder pflanzlichen Präparaten wie Frauenmantel, Johanniskraut oder Mönchspfeffer, um weiterhin „funktionieren“ zu können. Die Nachfrage steigt. So ist die Anzahl der Personen, die rezeptfreie Präparate gegen PSM- und Regelbeschwerden in den vergangenen drei Monaten verwendet haben von 1,83 Mio. im Jahr 2014 auf 2,4 Mio. im Jahr 2018 gestiegen.

Auch die Antibabypille wird immer wieder bei starken Menstruationsbeschwerden verschrieben. Die genannten Präparate bekämpfen jedoch eher Symptome, als dass sie dauerhaft für Besserung sorgen. Gerade die Pille hat zudem zahlreiche Nebenwirkungen und steht dadurch allgemein zunehmend in der Kritik.

Die Bedeutung von Ernährung bei PMS und Regelbeschwerden

Doch es müssen nicht immer Medikamente sein. Auch durch einen gesunden Lebenswandel kann frau dazu beitragen, dass die Tage von den Tagen und die Periode selbst weniger schmerz- und stressbelastet sind. Dazu gehören regelmäßig Sport treiben und ausreichend Bewegung, genügend schlafen, weitgehender Verzicht auf Alkohol und Entspannungsübungen. Zudem kann eine gesunde Ernährung zu mehr Wohlbefinden und weniger Periodenbeschwerden beitragen. Auch wenn es gar nicht so einfach ist den Gelüsten nach Chips und Schokolade – die ebenfalls Teil des PMS sind – zu widerstehen, eine gesunde und ausgewogene Ernährung zahlt sich aus.

Besonders Calcium, Magnesium, Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D können dazu beitragen Regelbeschwerden vorzubeugen. Bis auf Vitamin D enthalten Hanfsamen nennenswerte Mengen aller eben genannten Nähstoffe. Der Regelmäßige Verzehr im Müsli, in der Suppe oder als Topping verschiedener Speisen eignet sich also hervorragend, um die Aufnahme zu gewährleisten. Hanfsamen – geschält oder ungeschält – sind zudem lecker und lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen.

Hanfsamen als Helfer

Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine vegane Ernährung die PMS-Symptome verbessern kann. Dies liegt zum einen daran, dass durch eine pflanzliche Ernährung Entzündungsreaktionen im Körper gebremst werden. Verantwortlich dafür ist der hohe Anteil an Antioxidantien und anderen Pflanzenstoffen, die Veganer/innen vermehrt zu sich nehmen. In einer Studie aus dem Jahr 2000 wurden Frauen untersucht, die entweder eine vegane und fettarme Ernährung befolgten oder ihre normalen Essgewohnheiten fortsetzen. Nach einer Weile sollten die Gruppen tauschen. Die Ergebnisse waren jedoch so überzeugend, dass einige Teilnehmerinnen sich weigerten zu ihrer vorher normalen Ernährung zurückzukehren, obwohl der Studienverlauf dies zu Vergleichszwecken vorgab. Die vegane und fettarme Ernährung hatte nämlich dazu geführt, dass die Intensität von Periodenschmerzen wesentlich zurück ging. Gleiches galt für mit PMS verbundene Stimmungsschwankungen.

Auch hier kommen Hanfsamen wieder ins Spiel. Sie eignen sich ideal als Bestandteil einer veganen Ernährung, da sie reich an Proteinen sind und auf heimischen Böden angebaut werden können. Ein weiterer Bestandteil, der sich auch positiv auf die PMS-Beschwerden auswirken kann. Ist die Gamma-Linolensäure (GLA). Eine Studie aus dem Jahr 2011 konnte zeigen, dass die Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren, darunter GLA, PMS-Symptome lindern konnte. Etwa 4 Prozent GLA sind im Hanfsamenöl enthalten. Damit gehört Hanf zu den GLA-reichen Lebensmitteln. Die Fettsäure hemmt im Körper die Ausschüttung von entzündungsfördernden Stoffen. Gamma-Linolensäure wird vom Körper selbst produziert. Entzündungen und Stoffwechselstörungen können jedoch die produzierte Menge verringern oder die Produktion ganz zum Erliegen bringen. Der Verzehr von Hanfsamen bzw. Hanfsamenöl kann einem GLA-Mangel entgegengewirkt und somit das Wohlbefinden steigern.

Hilft CBD bei PMS und Menstruationsbeschwerden?

Aussagekräftige Studien zum Einsatz von CBD bei PMS und Menstruationsbeschwerden fehlen bisher weitgehend. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 legt jedoch nahe, dass das Cannabinoid durchaus als pflanzliche Alternative in Frage kommt. Grund: es gibt bereits einige Studien, die zeigen konnten, dass CBD Symptome wie Schmerzen, Entzündungen, aber auch Angstzustände und depressive Stimmungen oder Schlaflosigkeit lindern kann, also Symptome denen auch Menstruierende immer wieder begegnen.

Für Betroffene gibt es also Anlass zur Hoffnung. Während in Europa Periodenprodukte mit CBD noch auf sich warten lassen, blüht in den USA der Markt für CBD- und sogar THC-haltige Präparate. Neben der oralen Einnahme von CBD-Tropfen oder Kapseln, wird auch vermehrt auf Zäpfchen gesetzt, um lokal für Entspannung und Schmerzlinderung zu sorgen. Auch hierzulande häufen sich Erfahrungsberichte von Menstruierenden, die auf die positive Wirkung von CBD bei PMS und Regelbeschwerden schwören. Diese anekdotischen Berichte sollten jedoch nicht darüber hinwegsehen lassen, dass es bisher an wissenschaftlichen Studien mangelt, um die Wirkung klar zu Belegen und standardisierte Dosierungsangaben zu machen. Starke Beschwerden sollten stets medizinisch abgeklärt werden, um Erkrankungen zu erkennen und ggf. behandeln zu können.

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